Ratgeber

Baumkontrolle von A bis Z: Glossar

Kurz gesagtDie wichtigsten Begriffe rund um Baumkontrolle und Baumkataster, kurz und mit Quelle: von Baumkataster über Regelkontrolle bis Schonzeit.
Baumkataster
Verzeichnis aller Bäume eines Bestands mit Standort, Maßen, Zustand, Kontrollen und Maßnahmen. Gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber der übliche Nachweis der Verkehrssicherungspflicht.
Baumkontrolle
Regelmäßige Prüfung von Bäumen auf Mängel, die zu Schäden führen können. Meist als Sichtkontrolle vom Boden aus.
Baumschutzsatzung
Örtliche Satzung einer Gemeinde, die Bäume ab einer bestimmten Größe schützt und Fällungen genehmigungspflichtig machen kann.
Bruchsicherheit
Fähigkeit von Stamm und Ästen, ohne Bruch zu tragen. Schwächen zeigen sich zum Beispiel durch Risse oder Fäule.
Eingehende Untersuchung
Genauere Prüfung bei konkretem Mangelverdacht, mit Hilfsmitteln wie Schallhammer, Bohrwiderstandsmessung oder Tomografie.
FLL-Baumkontrollrichtlinien
Fachregelwerk der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) zur Baumkontrolle, aktuelle Ausgabe 2020. Kein Gesetz, aber ein anerkannter fachlicher Maßstab.
Fristenmanagement
Verwaltung von Kontroll- und Maßnahmenterminen je Baum, damit nichts versäumt wird.
Gefahr im Verzug
Situation, in der sofort gehandelt werden muss, weil ein Schaden unmittelbar droht.
Regelkontrolle
Die planmäßige, wiederkehrende Sichtkontrolle eines Baums nach festgelegtem Intervall.
Schonzeit
Zeitraum vom 1. März bis 30. September, in dem Bäume außerhalb des Waldes nach § 39 Abs. 5 BNatSchG grundsätzlich nicht abgeschnitten oder auf den Stock gesetzt werden dürfen.
Standsicherheit
Fähigkeit eines Baums, Windlasten standzuhalten, ohne zu entwurzeln oder am Stammfuß zu versagen.
Totholz
Abgestorbene Äste oder Kronenteile. Sie können abbrechen und sind bei der Kontrolle ein zentraler Prüfpunkt.
Verkehrssicherungspflicht
Pflicht, zumutbare Vorkehrungen gegen Gefahren aus dem eigenen Verantwortungsbereich zu treffen. Für Bäume folgt sie aus § 823 Abs. 1 BGB.
Vitalität
Lebenskraft eines Baums, erkennbar an Belaubung, Triebwachstum und Kronenaufbau.
VTA (Visual Tree Assessment)
Methode zur visuellen Beurteilung von Bäumen anhand äußerer Merkmale wie Wuchsform, Rissen oder Wülsten.
Wurzelanlauf
Übergang vom Stamm in die Wurzeln. Pilze, Fäule oder Verletzungen hier sind wichtige Warnzeichen.
Zusatzkontrolle
Anlassbezogene Kontrolle außerhalb des Rhythmus, zum Beispiel nach Sturm, Bauarbeiten oder einer Meldung.
Zwiesel
Gabelung des Stamms in zwei etwa gleich starke Triebe. Mit eingeschlossener Rinde kann sie bruchgefährdet sein.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Regelkontrolle und eingehender Untersuchung?

Die Regelkontrolle ist die planmäßige Sichtkontrolle. Die eingehende Untersuchung folgt bei konkretem Mangelverdacht und nutzt zusätzliche Verfahren.

Ist die FLL-Richtlinie ein Gesetz?

Nein. Sie ist ein anerkanntes Fachregelwerk und dient Gerichten und Praxis als fachlicher Maßstab.

Rechtsgrundlagen und Quellen

  • FLL – Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V.: Baumkontrollrichtlinien, Ausgabe 2020 (fll.de)
  • § 823 Abs. 1 BGB (Schadensersatzpflicht bei Verletzung von Leben, Körper, Eigentum und anderen Rechten)
  • § 39 Abs. 5 BNatSchG (Schonzeit für Gehölze vom 1. März bis 30. September)

Stand: 05.11.2026. Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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