Ratgeber

Baumkataster für Kommunen: Aufbau, Pflicht und Software

Kurz gesagtEin Baumkataster ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber das Mittel, mit dem Kommunen ihre Verkehrssicherungspflicht nachweisen können. Kern: jeder Baum eindeutig erfasst, jede Kontrolle datiert, jede Maßnahme mit Frist.

Pflicht oder freiwillig?

Ein Baumkataster ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Vorgeschrieben ist die Verkehrssicherungspflicht für Bäume an öffentlich zugänglichen Flächen, und die Kommune muss im Streitfall zeigen können, wann ein Baum zuletzt kontrolliert wurde und was daraus folgte. Ein Baumkataster ist das Werkzeug, mit dem sich das belegen lässt. Welche Landesregeln und Satzungen für Straßen- und Grünflächenbäume gelten, hängt vom Bundesland und von der Gemeinde ab.

Was ins Baumkataster gehört

AngabeWozu sie dient
Eindeutige Baum-NummerJeder Baum ist über Jahre und Ämter hinweg eindeutig zuordenbar
Standort mit Koordinaten oder KartenpunktAuffinden vor Ort, Auswertung nach Fläche und Zuständigkeit
Baumart, Alter oder Stammumfang, HöheEinschätzung von Alterungsphase und Risiko
Zustand und Befunde je KontrolleVerlauf nachvollziehen, Veränderungen erkennen
Kontrolldatum und KontrolleurNachweis der Regelkontrolle
Maßnahme, Frist und ErledigungZeigt, dass auf Befunde reagiert wurde
Fotos und DokumenteBelege für Befund, Genehmigung oder Gutachten

Wie ein Kataster entsteht

  1. Bestand abgrenzen: Straßenbäume, Parks, Schulen, Friedhöfe und Liegenschaften zusammenführen.
  2. Altdaten übernehmen: GIS-Auszüge, Excel-Listen und Papierakten prüfen und bereinigen.
  3. Erstaufnahme: Bäume vor Ort erfassen oder bestehende Daten ergänzen.
  4. Kontrollrhythmus festlegen: je nach Alter, Zustand und Nutzung (Intervalle).
  5. Pflegen: Befunde, Maßnahmen und Fristen laufend nachtragen.

Woran Sie eine geeignete Software erkennen

Das digitale Baumregister deckt diese Punkte ab. Die Übersicht für Gemeinden steht unter Für Kommunen, die Preise unter Was kostet eine Baumkontrolle?.

Häufige Fragen

Ist ein Baumkataster Pflicht?

Nein, ein Baumkataster ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Pflicht ist die Verkehrssicherungspflicht, und das Kataster ist das gängige Mittel, sie nachvollziehbar zu erfüllen.

Welche Daten braucht ein Baumkataster mindestens?

Eindeutige Baum-Nummer, Standort, Baumart und Maße, Zustand je Kontrolle, Kontrolldatum, Maßnahmen mit Frist sowie Fotos und Dokumente.

Können mehrere Ämter im selben Kataster arbeiten?

Ja, bei Baumregister lassen sich Zuständigkeiten und Zugriffsrechte je Fläche oder Amt trennen.

Kann ich vorhandene Daten übernehmen?

Bestehende Listen und Auszüge lassen sich in der Regel zusammenführen. Wie viel Aufwand das ist, hängt von Qualität und Format der Altdaten ab.

Rechtsgrundlagen und Quellen

  • FLL – Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V.: Baumkontrollrichtlinien, Ausgabe 2020 (fll.de)
  • OLG Frankfurt am Main (Entscheidung 2023) – eine generelle halbjährliche Kontrolle von Straßenbäumen ist nicht erforderlich, bei besonderen Umständen wie Alter oder sichtbarer Erkrankung ist aber genauer hinzusehen (beck-aktuell)
  • Armin Braun, Aktuelle Rechtsprechung in Verbindung mit den FLL-Baumkontrollrichtlinien 2020, Vortrag 2021 (PDF)
  • § 823 Abs. 1 BGB (Schadensersatzpflicht bei Verletzung von Leben, Körper, Eigentum und anderen Rechten)

Stand: 05.11.2026. Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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Anzahl der Liegenschaften und ungefähre Anzahl der Bäume genügen für eine erste Kalkulation.